Ines Dreher: Sommerzeit - Ferienzeit - Reisezeit! (?)

Es ist Sonntagmorgen und zwei unserer Kinder sind krank.

So bleibe ich mit Ihnen zu Hause, während mein Mann mit
den anderen beiden zum Gottesdienst fährt.
Unsere beiden „Patienten“ entschließen sich, Kindergottesdienst
zu Hause zu halten. Sie sehen sich ein Bibel-Video an. So habe
ich eine gute Stunde frei und verlege meine „Stille Zeit“ ins
Freie. Ich nehme meine Worker - Stöcke und die Turnschuhe
und bin auch schon unterwegs.
An diesem Morgen bedrücken mich einige Gedanken und ich möchte gern mit meinem Vater im Himmel darüber sprechen. Die Urlaubszeit steht wieder bevor. Wir können auch in diesem Jahr aus finanziellen Gründen nicht verreisen und in mir breitet sich eine depressive Stimmung aus. Im vergangenem Jahr waren wir auch zu Hause. Aber da stand im Herbst eine Kur mit den Kindern an – ein Höhepunkt war in Aussicht.
Verreisen, die Füße unter den fertigen Tisch stecken, ausruhen und erholen.
Ich laufe durch die Felder und über die Wiesen. Überall kriechen diese braunen Schnecken, die ich überhaupt nicht leiden kann. Das sage ich Gott auch. Da fragt ER mich, warum ich sie nicht mag. Ich denke nach und antworte: „Überall, wo diese Schnecken waren, bleiben nur kahle Strünke - Blüten und Blätter – alles fressen sie auf. Und dann dieses kriechende, schleimige Wesen – das mag ich nicht.“ Und Gott sagt zu mir: „Weißt du, so wie diese Schnecken sind, so sind deine negativen Gedanken. Sie verschlingen jedes Zeichen von Leben, Wachstum und Frucht in deinem Leben.“
Das war die erste Lektion auf meiner Wanderung. Aber Gott ist noch nicht fertig mit mir und so komme ich bald an wunderschönen Kirschbäumen vorbei. Die Kirschen sind reif, schön dunkel, aber für mich unerreichbar. Ich denke an unseren Kirschbaum im Garten, der im vergangenem Jahr eingegangen ist. Der Weg führt mich weiter an Gärten vorbei, in denen die herrlichsten Kirschbäume stehen. Plötzlich spüre ich ein Gefühl in mir aufsteigen. Die Schnecke „Neid“ kriecht in meinem Innersten hoch. Ich bin neidisch auf die Kirschen in anderen Gärten, neidisch auf Kirschen, die unerreichbar sind. Auf einmal wird mir bewusst, dass Gott mir mit den Kirschen und Schnecken etwas sagen will. Die Urlaubszeit steht vor mir und ich muss bekennen: „Vater, ich bin neidisch auf alle, die verreisen können und es sich leisten können, die Füße unter den Tisch zu stecken und auszuruhen. Ich entdecke, wie die Schnecken „Neid und Selbstmitleid“ in den letzten Tagen und Wochen eine Menge an „Grünem“ in mir aufgefressen haben. Nach außen habe ich oft gesagt: „Na ja, wir sind dieses Jahr wieder zu Hause – brauche ich nicht für 6 Personen die Koffer zu packen.“ Aber im Herzen hat es weh getan.
Ich bekenne Gott meinen Neid, mein Selbstmitleid und meine Heuchelei. Ganz neu lade ich IHN in diese Situation des Mangels ein und denke daran, wie oft Gott sehr gut für uns gesorgt hat und uns durch viele schwierige, finanzielle Situationen getragen hat. Als ich so im Danken bin, spüre ich, wie die Schnecken des Neides und Selbstmitleides verschwinden und der Friede Gottes wieder in mein Herz einzieht. Jetzt kann ich meine Situation annehmen und bin versöhnt mit meinem himmlischen Vater und seinem Plan für mich. Doch Gott hat noch eine letzte Lektion auf diesem Weg:
Ich bin keine 100 Meter gelaufen, als am Wegesrand ein Kirschbaum steht – frei zugängig für jedermann. Dunkle Kirschen hängen gerade in Mundhöhe und ich lasse mich einladen zu dieser Rast.
Ein Wort meines Vaters macht den Frieden in meinem Herzen vollkommen: „Ich kenne deine Wünsche. Ich gebe dir, was du brauchst. – zu MEINER ZEIT.“
Gott segne Euch alle in Eurer Urlaubszeit!
Und vergesst nicht, mit DANKEN und LOBEN bekämpft man „Schnecken“

Ines Dreher
Elim - Gemeinde Dresden